Ich würde es lieber als Berufung oder Herzenwunsch bezeichnen.
Als Teenie hatte ich einen Traumberuf.
Ich hab mich durch die 3 jährige-Friseurlehre gequält und nach unendlich vielen Bewerbungen in Münster einen Ausbildungsplatz als Maskenbildnerin bekommen.
Heute im 9. Berufsjahr (+3 als Azubi) ist der Traum nur noch teilweise vorhanden. Vieles in meinem Beruf mache ich wirklich gerne und möchte es nicht missen, mache es auch von und mit Herzen.
Dazu kommen aber einfach zuviele Dinge die es mir immer wieder schwer machen von ganzem Herzen zu sagen: Ich liebe diesen Beruf.
Die unregelmäßige Arbeitszeit, immer Arbeiten wenn andere Freizeit haben (also auch am WOE), nur einen Tag in der Woche frei, Urlaub oder länger am Stück frei in der Regel nur zu der Spielzeitpause im Sommer. Dazu kommen immer abstrusere Arbeitsabläufe und Umgänge miteinander im Theaterund unendlich viel auferlegter Stress.
Einfacher macht es die Tatsache das ich die Stellvertreung in der Abteilung bin auch nicht.
Die mickrige Bezahlung nur am Rande erwähnt, Geld ist nicht alles und irgendwie geht es immer damit.
Klar weisst du das alles theoretisch schon wenn du die Ausbildung machst, aber voll überblicken was es heisst kannst du erst mit den Jahren.
Dann kommt doch mal der Wunsch nach Partnerschaft, Familie, einem geregelten Leben und Stressreduzierung.
Dadurch bekommt der ehemalige Traumberuf aber ziemliche Kratzer durch die mir klar ist, bis zur Rente will ich das so nicht.
Also dem Herzen und dem Bauch folgen, die führen mich erst zum THP und nun gehts zum HP weiter.
Nur indem ich selber etwas tue kann ich was verändern.
Ich lasse mir aber dabei die Zeit die ich eben brauche um das alles aufzubauen und zu bearbeiten.
Mal gucken wohin der Lebensweg genau weitergeht, einige Klippen sind schon umschifft und schlauer bin ich auch schon als ganz am Anfang. Und bisher fühlt sich das ziemlich gut an.
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Wohin die Reise geht, hängt nicht davon ab, woher der Wind weht,
sondern wie man die Segel setzt.